Element Feuer - Vom Ego zur reinen Präsenz


Element Feuer negativ Ich-Konstruktion, Rolle, Ehrgeiz

Element Feuer positiv reine Präsenz

Im flammenden Mandala des Feuers verbrennen Stolz, Eitelkeit und Rollen.

Arbeit, Pflicht und gesellschaftliche Masken verzehren sich im klaren Licht.

Was bleibt, ist reine Präsenz.

In der spirituellen Symbolik wird das Element Feuer oft als eine Kraft der Transformation beschrieben, die zwei gegensätzliche Gesichter hat: eine verzehrende, ego-zentrierte Seite und eine erleuchtende, reine Seite.

Das „negative“ Feuer: Die Last der Identität

Wenn wir das Feuer im negativen Sinne erleben, brennt es als ein unruhiges Verlangen in uns. Es äußert sich als Ehrgeiz, der uns ständig antreibt, mehr zu sein oder mehr zu erreichen. In diesem Zustand sind wir in einer „Ich-Konstruktion“ gefangen: Wir definieren uns über unsere Rollen – sei es im Beruf, durch gesellschaftliche Verpflichtungen oder durch die Masken, die wir tragen, um anderen zu gefallen. Stolz und Eitelkeit nähren dieses Feuer, doch es spendet keine echte Wärme; es erschöpft uns eher, da wir ständig versuchen, ein mühsam aufgebautes Selbstbild aufrechterhalten.

Das „positive“ Feuer: Die Kraft der Wandlung

Das Bild des „flammenden Mandalas“ beschreibt den Prozess, in dem dieses Feuer umschlägt. Hier fungiert die Hitze als Reinigung. Alles, was künstlich ist – die Arbeit, die wir nur aus Pflichtgefühl tun, der Stolz auf Erreichtes oder die Masken unseres Alltags – wird in das Zentrum dieses Mandalas geworfen. Es sind die Brennstoffe, die sich im klaren Licht der Selbsterkenntnis verzehren. Das Feuer vernichtet dabei nicht unser Wesen, sondern nur das, was wir uns fälschlicherweise „übergezogen“ haben.

Das Ergebnis: Reine Präsenz

Was übrig bleibt, wenn der Rauch des Egos sich verzogen hat, ist das positive Feuer: reine Präsenz. In diesem Zustand gibt es kein „Ich muss noch etwas werden“ oder „Ich bin wichtig, weil...“. Es ist ein Zustand des reinen Seins, vergleichbar mit einer Flamme, die ruhig und hell leuchtet, ohne nach mehr Brennstoff zu gieren. Man ist einfach da – wach, klar und unverfälscht, befreit von der Last, eine Rolle spielen zu müssen.

Die Übung

Der erste Schritt ist die Bewusstwerdung in dem Moment, in dem die „Ich-Konstruktion“ aktiv wird. Wenn du merkst, dass du gerade besonders ehrgeizig bist, dich über deine Arbeit definierst oder dich über mangelnde Anerkennung ärgerst: Halte kurz inne und sage dir innerlich: „Das ist die Rolle, nicht ich.“ Stell dir vor, wie die Eitelkeit in diesem Moment wie ein trockenes Blatt im Feuer verpufft. Was bleibt, ist die Erleichterung, einfach nur da zu sein – ohne Fassade.

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