Asperger - Sensorischer Konflikt auf der Strasse oder im Supermarkt

 

Was ist sensorischer Konflikt und wie kommt es dazu:


viele bewegte visuelle Reize,

gleichzeitig eigener Körper in Bewegung,

Geräusche von allen Seiten,

Das Gehirn bekommt widersprüchliche Informationen,

Schwindelgefühl, ähnlich wie bei Reisekrankheit.


Autonomes Nervensystem kippt, Symptome:


flachere Atmung,

Muskelanspannung (v. a. Nacken/Kiefer),

veränderte Durchblutung im Kopf,

Schwankschwindel,

Druck im Kopf,

„gleich kippe ich um“-Gefühl (ohne tatsächlich ohnmächtig zu werden),

Gefühl von Unwirklichkeit,

Abstand zum Körper.


Wenn der Schwindel durch Reizüberlastung entsteht, hilft es nicht, ihn auszuhalten, sondern man sollte versuchen, das Nervensystem möglichst schnell aus dem Alarmzustand zu bringen oder es gar nicht erst so stark hineinrutschen zu lassen. Dafür müssen Reize aktiv begrenzt werden, bevor das Gehirn überfordert ist. 


Das kann ganz praktisch heißen, draußen konsequent Kopfhörer oder Ohrstöpsel zu tragen, auch wenn es sich zunächst ungewohnt oder „auffällig“ anfühlt. Weniger Geräusche entlasten das Gehirn sofort und reduzieren den inneren Stress, der den Schwindel antreibt. 


Ebenso hilfreich ist es, visuelle Reize zu dämpfen, etwa durch eine Sonnenbrille oder indem man den Blick nicht ständig umherschweifen lässt, sondern auf den Boden oder einen festen Punkt richtet. Das stabilisiert das Gleichgewichtssystem und verhindert, dass die vielen Bewegungen im Umfeld den Schwindel verstärken.


Sehr wichtig ist auch das eigene Tempo. Langsamer gehen, Zen-Gehen, bewusst stehen bleiben, wenn der Schwindel beginnt, und nicht versuchen, „noch schnell“ weiterzumachen, hilft mehr, als man denkt. Das Nervensystem braucht in diesem Moment Sicherheit. 


Ruhige, lange Ausatmung – länger aus- als einatmen – signalisiert dem Körper, dass keine akute Gefahr besteht, und kann den Schwindel spürbar abmildern. 


Auch eine leichte Erdung hilft: beide Füße fest auf dem Boden spüren, kurz die Umgebung benennen oder etwas in der Hand halten, das sich vertraut anfühlt.


Langfristig wirkt es entlastend, Wege und Zeiten so zu wählen, dass die Reizdichte geringer ist, und nach belastenden Wegen bewusst Erholungszeit einzuplanen. 


Der Schwindel ist oft ein Zeichen dafür, dass das Reizbudget aufgebraucht ist. Wer das ernst nimmt und Pausen zulässt, kann verhindern, dass es regelmäßig zu starken Überlastungsreaktionen kommt. 


Wichtig ist dabei die innere Haltung: Der Schwindel ist kein Versagen und keine Einbildung, sondern ein Warnsignal des Körpers. Je früher man darauf reagiert und sich schützt, desto seltener und schwächer tritt er auf.


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